Eine Frage der Ähre

Eine Frage der Ähre , 2-5 Spieler, ab 8, ca. 45-60 minUnd wieder liegt ein Karton vor mir, diesmal beinhaltet er Eine Frage der Ähre von Pegasus Spiele. Er ist neu, doch trotzdem habe ich das Gefühl, als müßte ich den Staub von dem Karton abzuwischen. Das Cover sieht aus als sei es aus der guten alten Zeit, es macht auf mich einen "amerikanischen" Eindruck, das Aussehen der Gebäude und der Menschen ist so, dass ich eher an Farm und Farmer als an Bauernhof und Bauer denke.

Auf der Rückseite der rechteckigen Spieleschachtel Eine Frage der Ähre - Schachtelrückseitebekommt man einen ersten Einblick in das Spielmaterial. Der Inhalt wird aufgelistet, der abgebildete Spielplan zeigt eine Spielsituation und natürlich wird auch nicht vergessen, worum es bei Eine Frage der Ähre überhaupt geht.

"In Eine Frage der Ähre übernehmen Sie die Rolle eines Landwirts, entwickeln Ihr Land und errichten Farmen. Jedes bebaute Feld bringt Punkte, aber Sie müssen immer wieder neu entscheiden, ob Sie sofort Siegpunkte kassieren oder lieber auf eine Farm sparen wollen. Denn eine Farm bringt Runde für Runde weitere Siegpunkte. Deshalb achten Sie darauf, dass die Ländereien Ihrer Mitspieler nicht zu groß werden und sich jemand auf Ihre Kosten ausbreitet."

Eine Frage der Ähre - SpielmaterialMaterial und Spielregel
In dem Karton findet man neben dem Spielplan noch 60 große und 25 kleine Ackerplättchen, 15 Viehplättchen, 1 Spielendeplättchen, 1 (6+1)-Plättchen und 5 Spielerplättchen. Alle Plättchen sind aus stabilem Karton und ließen sich gut aus den vorgestanzten Bögen lösen. Das übrige Material (25 Farmpunktwürfel, 5 Siegpunktmarker, 10 Farmen, 1 schwarze Startspielerfarm) ist aus Holz. Die Spielanleitung liegt sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache vor. Sie umfasst 8 Seiten, sowohl Spielmaterial als auch Spielvorbereitung und Spielablauf werden ausreichend beschrieben. Sonderregeln für das Spiel mit zwei oder drei Spielern sind farblich abgesetzt und fallen somit sofort auf. Zahlreiche Beispiele erläutern die Spielregeln.

Spielvorbereitung
Um Spielen zu können, muss nicht nur der Spielplan ausgelegt, Eine Frage der Ähre - Spielplansondern auch mit Farmen (in den Spielerfarben)  und Viehplättchen bestückt werden. Die genaue Platzierung ist von der Anzahl der Mitspieler abhängig, hierbei kann man sich nach den auf dem Spielplan aufgedruckten Symbolen (zumindest beim zweiten Spiel) richten. Das Spielendeplättchen wird unter sechs große Ackerplättchen gemischt, anschließend bilden diese den letzten verdeckten Stapel, zusätzlich mit dem (6+1)-Plättchen gekennzeichnet. Die restlichen großen Ackerplättchen bilden die übrigen Stapel. Schließlich kommen noch die Siegpunktmarker auf die Siegpunktleiste und die Farmpunktwürfel auf die untersten Felder des Lagerhauses. Jeder Spieler erhält dann noch ein Spielerplättchen, 5 kleine Ackerplättchen, je eins der jeweiligen Anbauart, die offen ausgelegt werden und jeweils 3 große Ackerplättchen auf die Hand.

 Eine Frage der Ähre - Ackerplättchen, Spielendeplättchen und (6+1)-Plättchen  Eine Frage der Ähre - Viehplättchen  Eine Frage der Ähre - Spielerplättchen

Spielablauf
Die schwarze Startspielerfarm bleibt bis zum Spielende beim Startspieler. Beginnend mit dem Startspieler sind die Spieler reihum am Zug. Jeder Zug besteht aus den Aktionen:

  1. Ackerplättchen legen
  2. Punkte erhalten
  3. Farm werten
  4. Großes Ackerplättchen nachziehen

Beim Ackerplättchen legen muss wie in der Realität die Fruchtfolge beachtet werden, d.h. es darf keine Anbauart auf die selbe Anbauart gelegt werden. Außerdem müssen beide Felder auf einer Ebene sein. Mit den eigenen kleinen Ackerplättchen lassen sich im Bedarfsfall Unterschiede ausgleichen. Hierzu wird das kleine Plättchen verdeckt hingelegt, das große wird dann einfach darüber gelegt. Die kleinen Ackerplättchen lassen sich aber auch offen auslegen, dann werden sie so behandelt wie die großen Ackerplättchen auch.

Eine Frage der Ähre - FarmpunktleisteAnschließend muss man sich entscheiden, ob man Siegpunkte oder Farmpunkte werten möchte. Will man schnell auf der Siegpunktleiste voraus eilen, so zählt man die zusammenhängenden Felder der Anbauart, an die man gerade angelegt hat, diese bilden die Siegpunkte und man zieht entsprechend vorwärts. Von zusammenhängenden Feldern einer Anbauart spricht man, wenn sich zwei oder mehr Felder einer Anbauart an mindestens einer Kante berühren, diese Flächen nennt man dann auch Regionen. Sobald der Wert 99 auf der Siegpunktleiste überschritten wird, dreht man das Spieleplättchen um. Möchte man dagegen die Farmpunkte werten, so ist die Anzahl der Lagerhaussymbole auf dem Plättchen von Bedeutung. Der Farmpunktewürfel der entsprechenden Anbauart wird um diesen Wert vorwärts gerückt. Sobald der letzte Farmpunktwürfel die "Häuserreihe" erreicht, darf gebaut werden. Hierzu sucht man sich eine noch unbebaute Region aus. Ab jetzt darf diese Region zwar noch vergrößert oder verkleinert werden, es werden aber keine Punkte mehr vergeben. Das jeweils oberste Viehplättchen wird genommen und verdeckt vor sich abgelegt, wenn man das entsprechende Feld mit seinem Farmpunktewürfel erreicht oder überschreitet. 

Bei der folgenden Farmwertung gibt es Siegpunkte für jede eigene Farm. Eine Frage der Ähre - FarmhäuserDie Anzahl der Felder der Region ergibt die Anzahl der Siegpunkte.
Mit dem Nachziehen eines großen Ackerplättchens, falls man zuvor eins ausgelegt hat, endet der eigene Spielzug und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Wenn alle Ziehstapel aufgebraucht sind schlägt die Stunde des (6+1)-Stapels. In ihm befindet sich das Spielendeplättchen. Sobald ein Spieler dieses Plättchen zieht, wird noch solange weitergespielt, bis der Spieler rechts vom Startspieler seinen Zug beendet hat. Somit war jeder Spieler genauso oft an der Reihe.

Fazit
Eine Frage der Ähre ist ein Legespiel mit solidem Material. Die Spielregel ist kurz, beschreibt aber alles ausführlich. Verständliche Beispiele in Text und Bild ergänzen die Erklärungen. Positiv ist das farbliche Kennzeichnen für Sonderregeln bei zwei oder drei Spieler.

Wirklich planen kann man bei Eine Frage der Ähre nichts. Man ist sehr davon abhängig, welche Ackerplättchen man selbst zieht oder die Mitspieler auslegen. Und wenn wirklich alles dumm läuft, ist man bereits zu Anfang abgeschlagen. Punktunterschiede von über 100 kamen vor und frustrierten doch ziemlich, da gerade dieses Glücksmoment unterschätzt wird. Wenn man aber damit leben kann, auch einmal weit abgeschlagen zu sein, ist Eine Frage der Ähre sicher eine gute Wahl. Besonders für Familien, denn Kinder können genauso viel Glück oder Pech beim Nachziehen der Plättchen haben wie die Eltern.

 

 

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