Galapagos
- Details
- Kategorie: Angespielt
- Veröffentlicht: Donnerstag, 09. Januar 2014 08:21
- Geschrieben von Petra
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Strand und Schildkröten, an beides dachte ich, als ich das erste Mal von Galapagos, dem bei Amigo Spiele erschienenen Spiel von Björn Heismann, hörte. Ein Blick auf das Schachtelcover bestätigt meine Gedanken. Es geht wohl um Schildkröten. Erst auf den zweiten Blick erkenne ich das Kameraobjektiv auf der linken Seite.
Auf der Rückseite der Spielschachtel gibt es alle wichten Informationen die benötigt werden, um einen ersten Eindruck vom Spiel zu bekommen. Das Spielmaterial ist abgebildet, auch der Inhalt der Schachtel wird aufgezählt. Ein Text informiert zudem über das Spielgeschehen. Nur kein Kriechtempo! Zügig bewegen sich die Spieler über die Insel, auf der Suche nach neuen Schildkrötenarten. Auch die technischen Daten (2-4 Spieler, ab 8 Jahren, ca. 30 Minuten) und eine Einschätzung des Verlages: Es ist ein eher turbulentes Spiel für Familien, bei dem das Glück gefragt ist ist vorhanden.
Material und SpielregelIn der Schachtel befinden sich 37 Inselfelder, 36 Schildkröten und 6 Rahmenteile aus stabilem Karton. Die 4 Spielfiguren in den Spielfarben Blau, Rot, Schwarz und Weiß sind ebenso aus Holz wie die 20 Farbwürfel. Eine Sanduhr, ein Stoffbeutel und eine Spielanleitung sind ebenfalls dabei.
Auf 4 DIN A5 Seiten sind die Abschnitte Inhalt, Spielidee und Spielziel, Spielvorbereitung, Spielablauf und Spielende zu finden sowie eine Variante für 2 Spieler.
Spielziel
Bei Galapagos geht es um Siegpunkte. Diese gibt es für gesammelte Schildkröten, die entweder einzeln oder als Set gewertet werden.
SpielvorbereitungViel ist vor dem Spiel nicht zu tun. Zunächst wird die Insel gebildet, indem die einzelnen Felder zufällig mit dem Vulkanfeld als Mittelpunkt gelegt und mit den Rahmenteilen begrenzt werden. Die Sanduhr kommt auf das Vulkanfeld, die Schilkröten in den Beutel. Abhängig von der Spielerzahl werden nun einige Schildkröten gezogen und entsprechen auf der Insel platziert. Nun kommen noch die eigenen Spielfiguren auf die Insel, gezogene Schildkröten dienen hier als Platzierungshilfe und kommen zurück in den Beutel. Dann kann es auch schon losgehen.
Spielablauf
Bei Galapagos sind die Spieler gleichzeitig aktiv. Erst wird gewürfelt, die jeweiligen Farben auf den Würfeln geben an, welche Felder die Figur betreten darf. Danach werden die Würfel auf die Felder des eigenen Rahmenteils abgelegt. Die Farbreihenfolge legt hierbei die Bewegung der eigenen Figur fest. Ein Würfel bedeutet ein Feld weiter, die Eckfelder gelten dabei als benachbart.
Die Sanduhr wird umgedreht, sobald der erste Spieler seine Bewegung zu Ende geplant hat. Wieviel Würfel er gelegt hat spielt keine Rolle. Sobald der Sand durchgelaufen ist, darf niemand mehr Würfel legen.
Nun werden die Figuren bewegt. Dabei beginnt der Spieler, der seine Bewegung als Erster zu Ende geplant hatte. Anschließend geht es im Uhrzeigersinn weiter. Läuft oder steht die Figur auf einem Feld mit Schildkröte, so darf der Spieler diese an sich nehmen. Am Ende aller Bewegungen werden wieder Schildkröten gezogen und auf dem Spielfeld platziert.
Das Spiel endet wenn alle Schildkröten eingesammelt wurden. Anschließend werden die Punkte ermittelt. Ein Set aus den verschiedenfarbigen Schildkröten bringt 8 Punkte, einzelne Schilkröten einen Punkt. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.
Fazit
Das Spielmaterial an sich gefällt mir. Die Qualität ist gut, einzig bei den Schildkröten muss man während des Spiels genauer schauen, um Blau und Grün nicht zu verwechseln. Die Spielregeln selbst sind einfach und in der Anleitung gut beschrieben. Auch wegen der Beispiele und Bilder sind bei mir keine Fragen offen geblieben.
Schnelles Umsetzen der Würfelergebnisse in Laufwege ist bei Galapagos gefragt. Das Spiel hat keine Wartezeiten, alle agieren gleichzeitig. Durch den modularen Aufbau der Insel sieht das Spielfeld jedes Mal anders aus, auch die zufällig ausgelegten Schildkröten sorgen für Abwechslung.
Bei Galapagos muss man damit leben können, manchmal einfach nur zuzusehen. Entweder weil man das Würfelpech gepachtet hat und sich von seinem Feld nicht wegbewegen kann, oder weil man jedes Mal als Letzter mit der Bewegung dran ist. Wenn man dann sogar als Zweiter seinen Weg komplett hatte, aber trotzdem leer ausgeht, ist das doppelt ärgerlich. In einem Spiel zu Zweit fällt das nicht so sehr in die Waage, aber mit steigender Spielerzahl sinkt die Chance auf Schildkröten doch extrem. Dann neigt man auf Dauer dazu, immer nur einen oder zwei Würfel zu legen.
Immer zusehen müssen, wenn die Anderen die Schildkröten einsammeln, macht auf Dauer keinen Spaß. Meist ist das Würfelglück gleichmässig verteilt, aber ich hatte auch eine Partie, bei der ich meine eigene Figur nur immer ein Feld nach rechts oder links bewegen konnte, weil ich blöd gewürfelt habe. Und das nicht nur einmal, sondern während des ganzen Spiels.
Wenn keiner dieser Fälle auftritt macht Galapagos aber durchaus Spaß.
Ich danke Amigo Spiele für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplares
Spiel: Galapagos
Autor: Björn Heismann
Grafik: Alexander Jung
Verlag: Amigo Spiele
Anzahl: 2-4 Spieler
Alter: ab 8 Jahre
Dauer: ca. 30 Minuten
Jahr: 2013
Preis: ca. 18,50 Euro (Stand 08.01.2014)