Thunderstone: Drachenturm

Thunderstone Drachenturm, 2-5 Spieler, ab 12 Jahren, ca. 60-90 Minuten Minuten Mittlerweile gibt es mit Thunderstone: Drachenturm (Pegasus Spiele) die dritte Erweiterung für Thunderstone. Diese ist aber, im Gegensatz zu den bisherigen Zorn der Elemente und Die Wächter von Doomgate auch eigenständig spielbar, was außerdem auch an der Form der Spielschachtel zu erkennen ist. Die Spielschachtel von Thunderstone: Drachenturm ist genauso quadratisch wie die Verpackung des Grundspiels, allerdings hat diese Spielschachtel bereits die neue Schachtelhöhe.

Das Cover von Thunderstone: Drachenturm kann man schon fast als schlicht bezeichnen. Keine schreienden Farben und nur ein Hydra Drache (vermute ich).

Schachtelrückseite Das Doomgate - das Tor zum Verhängnis - wurde geöffnet und ein uraltes Übel in die Welt gelassen! Die Horden des Grauens können ungehindert in das Land strömen und alles zerstören, was sie berühren. Es gibt nur einen kleinen Schimmer der Hoffnung: die seit Beginn der Zeit verschollenen Donnersteine.. So lautet der stimmungsvolle Einführungstext auf der Rückseite der Spielschachtel. Das Bild neben dem Text gibt einen ersten Eindruck vom Spielaufbau, von den Spielkarten selbst und dem übrigen Spielmaterial. Eine Auflistung des Inhalts ist auch vorhanden. Natürlich fehlen auch die technischen Daten (2-5 Spieler, ca. 60-90 Minuten, ab 12 Jahren) nicht.

Material und Spielregel
Spielmaterial Diesmal habe ich mich für die "übliche" Vorgehensweise entschieden, also für ein Foto des gesamten Spielmaterials außerhalb der Spielschachtel, denn bei Thunderstone Drachenturm gibt es nicht nur Spielkarten. Es sind zwar 615 Karten sowie 53 übergroße Kartentrenner und eine Anleitung enthalten, doch es gibt außerdem einen Dungeonspielplan aus stabilem Karton sowie 30 Erfahrungspunktemarker aus Kunststoff. Alle Karten passen problemlos in die Schachtel. Außerdem ist noch genügend Platz für weitere Karten vorhanden, so dass mindestens die nächste Erweiterung problemlos Platz finden sollte.

Die Spielkarten sind mit einem kleinen DT am unteren Ende gekennzeichnet, auf den Kartentrennern ist das DT in größerer Ausführung ebenfalls zu finden. Eine genauere Aufzählung der einzelnen Kartenarten:

  • 60 Dorfkarten, die in jedem Spiel dabei sind: Miliz (30x), Fackel (10x), Proviant (10x), Dolch (10x)
  • 144 (18x8) Dorfkarten aus denen für jedes Spiel 8 Stapel herausgesucht werden: Axt des Frostriesen, Beschützerklinge, Brandopfer, Frostblitz, Gestaltwandlung, Händler, Häuptlingstrommel, Kundschafter, Quartiermeister, Reflexbogen, Ring des Donners, Schädelspalter, Seelenjuwel, Silbersturm, Stab des blauen Feuers, Stadtführer, Torischer Panzerhandschuh, Verdorbene Speise
  • 108 (9x12) Heldenkarten: Belzurier, Beschwörer, Cabalier, Chulianer, Flamme, Gorinther, Halb-Ork, Steinwache, Terakianer; es gibt jeweils 6 Helden der Stufe 1, 4 Helden der Stufe 2 und 2 Helden der Stufe 3
  • 18 Heldenkarten: Veteran; es gibt jeweils 8 Helden der Stufe 1, 5 Helden der Stufe 2, 3 Helden der Stufe 3 und 2 Helden der Stufe 4
  • 15 Heldenkarten: Phalanx; es gibt jeweils 12 Helden der Stufe 1 und 3 Helden der Stufe 2
  • 80 (8x10) Monsterkarten: Dunkles Zauberwesen, Elementar - Feuer, Hydra - Drache, Ork - Humanoid, Räuber - Humanoid, Riese, Untoter - Leiche, Untoter - Verseucht; die Monster unterscheiden sich in ihrer Stärke
  • 2 Wächterkarten: Wächter der Nacht, Wächter der Qualen
  • 8 Fallenkarten: Falle - Drakonisch
  • 8 Schatzkarten: Figur - Schatz
  • 24 Karten "Krankheit"
  • 6 Karten Dungeon-Merkmal
  • 9 Karten Dungeon-Merkmal für alle bisherigen Thunderstone-Ausgaben
  • 7 Szenariokarten
  • 40 Zufallskarten für den Drachenturm: Held, Dorf , Monster; es gibt jeweils eine Karte für jede Heldengruppe, Monstergruppe
  • 94 Zufallskarten alle bisherigen Thunderstone-Ausgaben: Held, Dorf , Monster; es gibt jeweils eine Karte für jede Heldengruppe, Monstergruppe
  • 10 Übersichtskarten: Spielzug - Übersicht (5x), Symbol - Übersicht (5x)
  • 2 Karten "Donnerstein": Stein des Terrors, Stein der Verachtung
Die 24-seitige Spielanleitung umfasst alle wesentlichen Punkte wie etwa Spielziel, Spielaufbau, Spielablauf und Spielende, auch alle Feinheiten, wie etwa das Vorgehen im Dungeon oder der Aufbau der einzelnen Karten werden ausführlich beschrieben. Hier jetzt die unterschiedlichen Punkte alle aufzuführen, würde zu weit gehen, zumal die Spielregel für Thunderstone: Drachenturm bei Pegasus Spiele online verfügbar ist. Eine Erläuterung der Kartentexte und ein Vorschlag für das Erste Spiel sind dort ebenso zu finden wie Varianten für ein kooperatives Spiel. Beispiele und wichtige Anmerkungen sind meist farblich gekennzeichnet, viele Abbildungen verdeutlichen zudem das Geschriebene. Einzig die blaue Schrift der Titel empfinde ich als störend, es passt zwar farblich zum Rest, ist aber durch die gewählte Schriftart schwer zu lesen.  

Heldenkarten Heldenkarten Verschiedene Monstertypen Dorfkarten, die in jedem Spiel dabei sind: Miliz, Proviant, Dolch, Fackel

Spielziel
Derjenige, der am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte vorweisen kann, gewinnt das Spiel. Die meisten Siegpunkte bekommt der Spieler bei einem erfolgreichen Besuch im Dungeon, doch auch die höchste Steigerung eines Helden oder der Erwerb von bestimmten Dorfkarten kann Punkte bringen.

Spielvorbereitung
Der in der beiliegenden Spielregel beschriebene Spielaufbau ist etwas anders als in den bisherigen Spielen, die Basiskarten sind von der untersten Reihe auf den Platz direkt unter dem Dungeondeck gerutscht. Da das aber nicht wirklich einen Unterschied beim Spiel macht, habe ich als Gewohnheitsmensch auch weiterhin die Karten so verteilt wie "früher".

Die Anordnung der Spielkarten auf dem Tisch ist immer gleich. In der untersten Reihe liegen die Dorfkarten, die immer im Spiel sind. In zwei Reihen darüber werden die übrigen Dorfkarten ausgelegt, die nächste Reihe wird aus den vier Heldenstapeln gebildet, wobei die Helden nach ihren Stufen, Stufe 1 jeweils nach oben, sortiert dort hingelegt werden. Die bisher gelegten Karten bilden den gesamten Dorfbereich.

Spieler, die bisher keinen Kontakt zu Thunderstone hatten, sollten sich bei der Zusammenstellung der Karten nach den Empfehlungen für das Erste Spiel richten. Im anderen Fall helfen die Zufallskarten bei der Entscheidung.

Möglicher Spielaufbau Das Dungeonspielplan kommt an die oberste Stelle. Im nächsten Schritt werden die ausgewählten Monsterkarten gemischt und zehn Karten abgezählt. In diese zehn Karten wird die Karte "Donnerstein" eingemischt und alle 11 Karten nun unter die übrigen Monsterkartenstapel gelegt. Gemeinsam bilden sie das Dungeondeck und kommen an den dafür vorgesehenen Platz. Nun werden noch drei Karten des Monsterstapels aufgedeckt. Daneben werden die Karten "Krankheit" und die Erfahrungspunkte gelegt und ein Platz für die Müllhalde, also die "zerstörten" Karten festgelegt. Jetzt bekommt noch jeder Spieler sein Startdeck, genauer gesagt 6x die Karte "Miliz" und von den übrigen Basiskarten jeweils 2.

Spielablauf
Kenner der bisherigen Thunderstone Spiele können die folgenden Abschnitte getrost überspringen, da sie nichts wirklich Neues enthalten.

Der Reihe nach ist nun jeder Spieler am Zug. Zunächst mischt jeder Spieler seinen eigenen Kartenstapel und nimmt 6 Karten auf die Hand. Ihm stehen nun drei Möglichkeiten offen. Er kann ins Dorf gehen und für den Goldwert seiner Karten dort einkaufen, er kann in den Dungeon gehen und dort kämpfen, oder er erholt sich. In den beiden ersten Fällen werden die Handkarten offen ausgelegt, und anschließend agiert. Im letzten Fall wird einfach eine Handkarte "zerstört", kommt also auf die Müllhalde, und die übrigen Karten werden abgelegt.

Im Dorf darf meist nur eine Karte gekauft werden, selbst wenn der eigenen Goldwert mehr Karten erlauben würde. Die erworbene Karte kommt immer sofort auf den eigenen Ablagestapel. Etwaige Dorfeffekte dieser Karte zählen jetzt nicht. Wenn man genügend Erfahrungspunkte hat, dürfen eigene Helden im Dorf auch hochgestuft werden, aber immer nur um eine Stufe. Ist kein passender Held mehr im Dorf zu haben, hat man Pech gehabt.

Dorfkarten, aus denen immer ausgewählt wird - Söldner Dorfkarten, aus denen immer ausgewählt wird - Waffen Dorfkarten, aus denen immer ausgewählt wird - Zaubersprüche Dorfkarten, aus denen immer ausgewählt wird - Gegenstand

Hat man sich für den Dungeon entschieden, so sind andere Werte als der Goldwert wichtig. Zunächst werden vorhandene Waffen den Helden zugeordnet. Hierbei ist der Stärkewert der Helden ausschlaggebend, denn kein Held kann eine Waffe tragen, die zu schwer für ihn ist. Nun muss der Spieler den eigenen Angriffswert ermitteln. Hierzu werde einfach die entsprechenden Werte der Karten addiert, zunächst der normalen Angriff, danach der magische. Etwaige Dungeoneffekte können dabei genutzt werden. Die Gesamtsumme ergibt dann den eigenen Angriffswert.

Je weiter sich ein Monster im Dungeon befindet (also Richtung Stapel liegt), desto dunkler ist es dort. Um vernünftig treffen zu können, sollten die Helden entweder stark genug sein oder ausreichend Licht dabei haben. Auf dem Dungeonspielplan ist angegeben, um wie viel sich die eigene Angriffsstärke verringert, wenn man nicht genügend Licht dabei hat.

Wurde der Kampf verloren, so kommt dieses Monster unter den Monsterstapel. Wenn der Kampf gewonnen wurde, kommt das Monster auf den eigenen Ablagestapel, zusätzlich bekommt der Spieler die angegebenen Erfahrungspunkte und möglicherweise auch Beute. Die ausliegenden Monster rücken nach rechts auf und vom Monsterstapel kommt ein neues Monster auf Position drei.

Der eigene Zug endet immer damit, dass alle eigenen Handkarten auf den Ablagestapel kommen und 6 neue Karten gezogen werden. Wenn mehr Karten nachgezogen werden müssen, als im Zugstapel vorhanden sind, wird der Ablagestapel gemischt und zum neuen Zugstapel.

Das Spiel endet sofort, sobald ein Spieler den Donnerstein erbeutet hat oder dieser an Position 1 des Dungeons geschoben wird. Nun zählt jeder Spieler die eigenen Siegpunkte. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten ist der Sieger des Spiels.

Falle - Drakonisch Wächter: Wächter der Nacht, Wächter der Qualen Donnersteine Schatzkarten: Figur - Schatz

Was ist neu bei Thunderstone Drachenturm?
Natürlich gibt es andere Helden, Dorfkarten, Monster und auch Donnersteine. Auch für die mit den Erweiterungen eingeführten Kartenarten gibt es Nachschub. Außerdem gibt es jetzt Erfahrungspunktemarker statt der bisherigen Karten. Auch der Dungeonspielplan ist neu und erleichtert die Rechnerei mit den Lichtabzügen. Neu sind die Szenarien, die über die Dungeon-Merkmale ins Spiel kommen können. Diese bewirken beispielsweise, dass eine weitere Monsterklasse verwendet wird (Doomgate) oder dass die Monster den Spielern kein Gold geben (Barrowsdale). Aber auch positive Auswirkungen gibt es: Alle zerstörte Dorfkarten werden zurück ins Dorf gelegt; Helden kommen an die korrekte Stelle in ihrem Stapel (Regische Bucht).

Szenariokarten Sind auch in jedem Spiel dabei: Krankheiten und Erfahrungspunkte Dungeonspielplan Dungeondeck

 

Fazit
Blick ins Schachtelinnere Zum Glück wurde die Schachtelhöhe mittlerweile angepasst, so dass alle Karten und Kartentrenner ebenso Platz in der Schachtel finden wie der Dungeonspielplan und die Spielanleitung. Die Qualität der Spielkarten entspricht denen der bisherigen Versionen. Der Dungeonspielplan ist sicher für Spielneulinge und Spieler, die bisher immer Probleme beim Lichtabzug hatten, eine gute Sache. Ob einem die bisherigen Erfahrungspunktekarten oder die neuen Erfahrungspunktemarker besser gefallen, muss jeder für sich selbst entscheiden. Auf jeden Fall werden die Marker nicht aus Versehen in einen Stapel mit eingemischt.

Insgesamt beinhaltet Thunderstone Drachenturm mehr Spielkarten als das Grundspiel, da aber schon allein 94 Zufallskarten dabei sind, die nur dann Sinn machen, wenn man auch die anderen Spiele hat, sind es dann doch weniger nutzbare Karten, wenn man nur den Drachenturm hat. Dafür sind Kartenarten wie Fallen, Wächter, Dungeon-Merkmale und Schätze dabei, die erst mit den Erweiterungen eingeführt wurden. Auch einige Heldensätze sind anders zusammengestellt wie bisher üblich, so haben die Phalanx nur 2, die Veteranen dagegen 4 Stufen.

Doch es gibt nicht nur neues Spielmaterial, sondern auch bei den Regeln hat sich etwas getan. Für das Solospiel gibt es eine Variante, die ich aber nicht getestet habe, da die Hauptregeln für das Solospiel nicht enthalten sind, sondern nur ein Link auf die Pegasusseite mit den Spielregeln. Wirklich neu ist aber, dass man Thunderstone auch kooperativ spielen kann. Diese habe ich auch getestet und muss sagen, eine interessante Abwechslung. Aber mir persönlich gefällt die "normale" Art besser.

Bei Thunderstone werden Karten gezogen, daher spielt das Glück auch bei diesem Spiel eine Rolle. Da der Spieler es aber selbst in der Hand hat, welche Karten in den Handstapel kommen und welche in der Erholungsphase zerstört werden, ist dies in meinen Augen zu vernachlässigen. Auch Interaktion wird klein geschrieben, da meistens jeder Spieler für sich ins Dorf oder in den Dungeon geht, Karten um Mitspielern "eins auszuwischen" sind nur wenige enthalten.

Bei einem Spiel, dass Drachenturm heißt, wäre es schön gewesen, die Monster Drache - Humanoid direkt dabei zu haben. Abgesehen davon, dass es mich immer nervt, wenn ich das Gefühl habe, dass ein Spiel nicht vollständig ist. Denn der Kartentrenner für diese Monster liegt ja bei... und ich habe mal wieder zunächst nach den fehlenden Karten gesucht.

Ich habe lange überlegt, ob ich einem Neuling eher Thunderstone oder Thunderstone Drachenturm empfehlen würde. Aber ich kann es wirklich nicht sagen. Nur von der ersten "niedrigen" Auflage würde ich abraten. Für das Grundspiel spricht, dass in der dortigen Spielanleitung mehrere mögliche Kartenkombinationen genannt werden, und dass mir die dortigen Monster leichter scheinen. Andrerseits hilft der bei Thunderstone Drachenturm beiliegende Dungeonspielplan bei den Lichtabzügen, und es gibt mehr unterschiedliche Karten. Dadurch können die einzelnen Spiele noch unterschiedlicher ausfallen. Mir macht Thunderstone Drachenturm ebenso viel Spaß wie Thunderstone.

 

Vielen Dank an Pegasus Spiele für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Spiel: Thunderstone
Autor: Mike Elliott
Illustration: Jason Engle
Verlag: Pegasus Spiele, AEG (Alderac Entertainment Group)
Anzahl: 2-5 Personen
Alter: ab 12 Jahre
Dauer: ca. 60-90 Minuten
Jahr: 2011
Preis: ca. 29,50 Euro (Stand 01.10.2011)
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