Affentennis

Affentennis, 2 SpielerDiverse Male bin ich an Affentennis (Braunkohl Verlag) vorbeigegangen. Und hab mich gefragt, wer denn so etwas nur spielt. Jetzt weiß ich es. ICH spiele es. Und alles nur, weil ich auf dem Herner Spielewahnsinn (2010) ein Probespiel gewagt habe. Nicht nur das, ich habe sogar ein Exemplar mit nach Hause genommen. Spielen und rezensieren, das wollte ich. Dadurch hab ich jetzt ein Problem. Denn sonst steht an dieser Stelle, meist nach einem mehr oder weniger sinnvollen Einleitungstext, eine Beschreibung der Spielschachtel. Aber die gibt es nicht. Weder die Spielschachtel selbst noch eine Beschreibung davon.

Affentennis kommt in einem grünen, flauschigen Beutel daher. Dieser Beutel ist echt fotoscheu... oder ich mache etwas falsch, was ja auch nicht auszuschließen ist. Auf jeden Fall weigert er sich standhaft, auf den Fotos in seiner echten Farbe zu erscheinen. Also beachte ich ihn einfach nicht weiter, sondern kümmere mich mehr um den Inhalt.

Material und SpielregelDas Spielmaterial
Es gibt, wie weiter oben schon erwähnt, diesen grünen flauschigen Beutel, der als Verpackung dient. In diesem befinden sich eine flauschig weiche rote Rolle, eine Spielregel und eine CD. Das rote Etwas entpuppt sich nach dem Abrollen als das Spielfeld, eine auf der Unterseite angebrachte Verstärkung führt zu einer Erhöhung in der Mitte, dem Netz. Im Inneren verstecken sind außerdem einige Holzteile, zwei niedliche Äffchen mit Tennisschläger und ein kleiner gelber Ball. Nach Lektüre der Spielanleitung weiß ich, dass die Naturholzteile 2 Schläger, 4 Zähler sowie jeweils eine Lobrampe, eine Schmetterscheibe und ein Volleyblock sind.

Die Verpackung von Affentennis: Der grüne Flauschbeutel Das aufgerollte Spielfeld Das Netz: Die Verstärkung an der Unterseite des Spielfelds

Die Spielanleitung befindet sich auf einem auf DIN-A5 gefalteten DIN-A4 Blatt und ist in Schwarz-Weiß. Die Überschriften der einzelnen Abschnitte nennen bereits die wichtigsten Punkte des jeweiligen Textes. Erläuternde Bilder fehlen auch nicht. Es gibt aber zudem die Möglichkeit, sich die Spielregeln vom Autor selbst per CD erklären zu lassen.

Spielziel
Hinter Affentennis steckt die Idee, Tennis mit all seinen Raffinessen vom Sandplatz auf den Spieltisch zu bringen. Gespielt wird nach den normalen Punkteregeln für Tennis über drei Sätze. Ziel ist es, den letzten und entscheidenden Punkt zu machen.

Spielvorbereitung
Das Die Punkteleiste ... und ein Affe, der einfach ins Feld gelaufen istSpielfeld wird ausgerollt und flach auf den Spieltisch gelegt. Die 4 Zähler kommen auf die Nullwerte der Punkteskala, die an einer Seite auf dem Spielfeld aufgedruckt ist.

Spielablauf
Zuerst drängt sich die Frage auf, wie der Ball überhaupt bewegt wird. Dies geschieht, indem man den Bolzen des Schlägers nach hinten zieht, hinter den Ball platziert, dann loslässt und den Ball trifft. Je nachdem, wie man den Ball trifft, fliegt rollt dieser weit oder kurz, geradeaus oder in einem Bogen. Der Standpunkt bestimmt, ob es sich um einen Aufschlag, eine Vorhand oder eine Rückhand handelt. Mit Hilfe der unterschiedlichen Holzteile sind zudem auch die für das Tennis typischen Sonderschläge wie Schmetterball, Lob oder Volley möglich. Man kann vorwärts oder rückwärts laufen, sogar sprinten ist möglich.

 Der SchlägerSpieler, Schläger und LobrampeDer Versuch einen Lob zu spielen...aus fototechnischen Gründen absolut an der falschen Stelle

Analog zum echten Tennis gliedern sich die Bewegungsabläufe meist in ein "Zum Ball hinlaufen" "Schlagen" und "In eine gute Abwehrposition bringen" auf. Mit Bewegungspunkten werden diese Bewegungen eingeschränkt, um möglichst realitätsnah zu sein. Jeder Ballwechsel beginnt mit dem Aufschlag, der diagonal erfolgen muss. Doch was danach kommt entscheidet der gegnerische Spieler. Und natürlich der Landepunkt des Balls. 

Fazit
Die Schnelligkeit eines echten Tennisspiels ist natürlich nicht gegeben, da der Ball nach jedem Schlag erst zur Ruhe kommt, bevor der nächste Schlag stattfindet. Aber das Gefühl, den Ball auf jeden Fall im Feld platzieren zu müssen, am besten so, dass der Gegner ihn nicht erreicht, kommt sehr gut rüber. Man fragt sich bei jedem Schlag, ob denn der eigene Plan auch aufgeht. 

Das Spielen erfordert eine gewisse Geschicklichkeit, um spannende Ballwechsel zu erleben. Für total ungeschickte Menschen kann Affentennis frustrierend sein, weil dann das eigene Nichtkönnen dominiert. Aber das passiert den Anfängern auf dem echten Spielfeld ja ebenfalls. Übung macht aber auch hier den Meister. Doch Geschick allein reicht meist nicht aus, die entsprechende Taktik ist ebenfalls nötig. Ob man Grundlinienduelle mag oder den schnellen Erfolg sucht, bei Affentennis ist beides möglich. Nur eins nicht, ruhig auf dem Stuhl sitzen bleiben.

Für ein spannendes Match ist es wichtig, dass beide Spieler ungefähr gleiche Fähigkeiten haben. Ist dies der Fall, so lässt einen Affentennis nicht so schnell wieder los.

 

Spiel: Affentennis
Verlag: Braunkohl Verlag
Anzahl: 2
Alter: 14
Dauer: ca. 25 Minuten
Jahr: 2006
Preis: ca. 39,90Euro (Stand 29.08.2010)